Schanah und Sanah – wie Zeit gelebt wird

Eigentlich dreht sich der Mond um die Erde, aber in jüdischer und muslimischer Zeit dreht sich alles um den Mond. In beiden Religionen folgen die Monate dem Mondzyklus – auch das ist ein Grund, warum wir uns oft asynchron zum Zeitgefühl der christlich-säkularen Mehrheitsgesellschaft bewegen. Über ein Jahr hinweg wollen wir uns mit dem jüdischen und dem muslimischen Kalender befassen, der in kosmischer Hinsicht gleich „tickt“, aber die Zeit mit anderen Festen, Gedenktagen und Stimmungen füllt. Jeweils in der Woche des Neumondes werden sich Iman A. Reimann vom Deutschen Muslimischen Zentrum und Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg von der Jüdischen Gemeinde Hameln zu einem Gespräch treffen, in dem beide den Charakter, die Bräuche und die Traditionen des beginnenden Monats vorstellen: Welches Gepräge geben bevorstehende Feiertage? Wie verhält sich der Monat zur Jahreszeit der Natur? Mit welchen Texten, Liedern und Gebeten verorten sich Jüdinnen und Juden, Musliminnen und Muslime in der Zeit? Wir wollen etwas von dem Reichtum kennenlernen, den unsere Religionen und Kulturen hervorgebracht haben, um unser Leben im Jahreskreis zu feiern.

Über das Jahr hinweg laden wir monatlich zu einem Gespräch via ZOOM ein.

Anmeldung: schanah-sanah@deutsches-muslimisches-zentrum.de

(Zoom-Link wird zugeschickt)

Termin vom 08.02.2021

Bei der zweiten Veranstaltung von Schanah und Sanah waren knapp 50 Teilnehmer*innen quer durch die Republik, aus Boston und Los Angeles/USA und Jerusalem/Israel über Zoom dabei.
Diesmal ging es um die Monate Adar und Radschab mit ihren Besonderheiten. Ein Teilnehmer hat den Abend passend zusammengefasst:„Eine wunderschön erzählte Esther-Geschichte, eine gekonnte Sicht aus islamischer Tradition, eine echte Dialog-Atmosphäre mit großer Achtung der anderen Traditionen und engagierte Beiträge.“


Termin vom 15.03.2021

Am Sonntag beginnt wieder ein neuer Monat – Schaaban bzw. Nissan -, und das wollen wir zum Anlass nehmen, uns am 15.03.2021 darüber zu unterhalten, wodurch diese Zeit im Islam und im Judentum geprägt ist. 

Die Initiative „Schanah und Sanah“ wendet sich vor allem an ein jüdisches und muslimisches Publikum, um über Unterschiede und Gemeinsamkeiten unserer Kalender zu lernen und den Austausch zwischen unseren Communities zu fördern. Unterstützt wird die Initiative durch das interkonfessionelle Projekt „Weißt du, wer ich bin?“

Termin vom 05.04.2021

In vertrauter Runde von Schanah & Sanah ging es diesmal um die Besonderheiten von Ramadan und Ijar, wie dem Omerzählen zwischen Pessach und Schawuot. Anschließend wurde angeregt in Kleingruppen diskutiert und dabei die Gelegenheit, sich näher kennenzulernen, wurde rege genutzt und freudig aufgenommen.

Termin vom 03.05.2021

Dieses mal stand bei der Veranstaltung von Schanah und Sanah der Fastenmonat Ramadan im Mittelpunkt. Neben neuen Erkenntnissen über den jüdischen Monat Siwan mit Schawuot und dem muslimischen Monat Schawwal wurde viel über Traditionen des Id-ul-Fitr und die gottesdienstlichen Handlungen gelernt. Zum krönenden Abschluss haben muslimische, jüdische und christliche Teilnehmer*innen gemeinsam mit einer Dattel und einem Glas Wasser das abendliche Fastenbrechen des Ramadan virtuell begangen.

Termin vom 07.06.2021

Dieses mal ging es bei Schanah & Sanah um die Monate Dhul-Qida und Tammus. Die Veranstaltung stand auch unter dem Eindruck der Ereignisse im Nahen Osten. Umso wichtiger war der Dialog, der in Kleingruppen-Gesprächsrunden intensiviert wurde. Dabei ging es auch um die Frage, welche Bedeutung Jerusalem religiös aber auch weltlich für jeden Einzelnen hat. Mit einem gemeinsamen Friedensgebet endete die digitale Zusammenkunft.

Termin vom 12.07.2021

Wir haben dann gerade die Monate Aw und Dhul-Hidscha betreten, die scheinbar sehr unterschiedliche Themen und Gefühle vorgeben. Oder vielleicht doch nicht?

Die Pilgerfahrt nach Mekka, die Hadsch, findet in diesem Monat statt. Sie ist eine der fünf Säulen des Islams. Als spirituelles Ereignis ist sie somit ein wichtiger Bestandteil im Leben eines Muslims. Wer am 9. Tag von Dhul-Hidscha nicht in Arafat (bei Mekka) ist, hat seine Hadsch verpasst, auch wenn an den anderen Tagen weitere Riten absolviert werden. In den Tagen der Hadsch versammeln sich Muslime aus der ganzen Welt an diesem Ort.

Der 9. Tag des Monats Aw hingegen gilt als der traurigste Tag des jüdischen Kalenders, weil es der Gedenktag an die Zerstörung des Ersten und des Zweiten Tempels ist. Aber in diesen Monat fällt auch Tu BeAw, das Fest der Liebe oder der Liebenden – eine große emotionale Bandbreite also offeriert uns diese Zeit.

Termin vom 09.08.2021

Mitten im Sommer geht es auf Neujahr zu! Das neue Jahr 1443 n.H. beginnt am 09. August 2021 mit dem Monat Muharram. Mit einem besonderen Monat wird das neue Jahr begonnen. Der Aschura-Tag genießt eine geehrte Stellung im islamischen Kalender und erinnert an den Propheten Musa. Und auch im jüdischen Kalender steht der nun beginnende Monat Elul ganz im Zeichen von Rosch Haschanah und Jom Kippur, die das neue Jahr 5782 eröffnen.

Welche Vorbereitungen und Rituale mit dem Jahresanfang in Zusammenhang stehen, beschäftigte uns bei diesem Treffen von Schanah & Sanah am 9. August 2021 / 1. Elul 5781 / 1. Muharram 1442.

Bereits zum achten Mal fand der jüdisch-muslimische Dialog von Schanah & Sanah statt. Dieses mal ging es um das Neujahr beider Religionen, mit der erneuten Erkenntnis vieler Unterschiede und Gemeinsamkeiten. In Kleingruppen wie im Plenum wurde sich rege dazu ausgetauscht. Ein inzwischen fester Teilnehmer:innenkreis und neue Interessierte haben den Dialog wieder sehr bereichert.

Wir freuen uns auf die nächste Veranstaltung im September