Worte der Verbundenheit nach dem Geschehen in Halle am 09.10.2019

Bevor Jom Kippur am 07.10.2019 begann, sandte unsere Vorsitzende Iman A. Reimann eine Grußbotschaft an die Gemeinde der Neuen Synagoge, die wir hier aus gegebenem Anlass (Terror in Halle) wiedergeben:

„Liebe Beterinnen und Beter der Neuen Synagoge,
letzten Sonntag war es mir möglich, am Abendgebet zu Rosch Haschana teilzunehmen. Es war mir eine große Freude. Bevor ich die Treppen zum großen Saal hoch steigen konnte, musste ich vor dem Eingang warten, um durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Dabei stellte ich mir vor, wie es für mich wäre, wenn ich immer erst durch einen Sicherheitscheck vor jeder Moschee oder unserem DMZ müsste. Es ist keine Normalität, dass Synagogen und jüdische Einrichtungen permanent geschützt werden müssen. Denn Normalität zeigt sich dadurch, dass jüdisches Leben zum Alltag gehört und keine Furcht bestehen muss, dass jüdische Berliner*innen gefährdet sind. Leider besteht die Anormalität fort, wie vor zwei Tagen auf unerhörte Weise klar gemacht wurde. Wie erschrocken war ich, als ich las, dass ein Mann mit Messern vor der Neuen Synagoge auftauchte, abfällige Worte gegen Juden und Jüdinnen richtete und das Sicherheitspersonal bedrohte. Kaum auszudenken, dieser Mann wäre gekommen, als ihr vor der Tür zum Sicherheitscheck gewartet hättet.
Meine Gemeinde und ich senden euch freundschaftliche und tief verbundene Grüße und wünschen euch einen angenommenen Jom Kippur.
Eure Iman Andrea Reimann“
Es steht für uns als DMZ einwandfrei fest, dass politisch und gesellschaftlich gehandelt werden muss.
Allen unseren jüdischen Freundinnen und Freunden und Kooperationspartnerinnen und -partnern sichern wir unsere Solidarität und Unterstützung zu.
Die Tat in Halle richtete sich gegen Juden und Muslime, wie die Angriffe gegen Menschen in einem Dönerimbiss und eine Synagoge gezeigt haben.
Wir sind schockiert und beängstigt und hoffen auf eine starke solidarische Gesellschaft.